Strom sparen bei Unterhaltungselektronik

Unser Leben zu Hause wird durch eine Vielzahl von Unterhaltungsgeräten bestimmt. Sie verschönern uns den Alltag – oft bei unerwartet hohem Stromverbrauch. Schalten Sie konsequent ab. Dann sparen Sie Geld.

Ausschalten durch Trennung vom Stromnetz spart Geld.
Ein- und Ausschalten nach Bedarf spart Geld. Bild: dena

Heute können sich die meisten von uns ein Wohnen ohne Fernseher, DVD-Player, Hi-Fi-Musikanlage oder Spielkonsole nicht mehr vorstellen. Bis zu 25 % des gesamten privaten Stromverbrauchs geht aufs Konto von Unterhaltungs- und Kommunikationselektronik – Tendenz steigend. Denn auch wenn die Geräte nicht in Betrieb sind, verbrauchen sie trotzdem Strom im Schlafmodus bzw. im so genannten Stand-by. Bei vielen Geräten ist dieser Zustand durch das Leuchten eines Lämpchens zu erkennen. Dabei verbraucht nicht nur die kleine Leuchtdiode Energie, sondern vor allem die internen Bauteile, die weiterhin mit Strom versorgt werden. Auch die Wärmeproduktion von externen Netzteilen beispielsweise bei Laptops und Halogenlampen oder das Brummen von Geräten weist auf einen Stand-by-Betrieb hin. Je nach Anzahl und Ausstattung der Geräte entstehen durch den Bereitschaftsmodus jährlich etwa 30 bis 50 Euro Mehrkosten, die man getrost einsparen kann.
Bei vielen Geräten ist der Stand-by-Modus eine reine Servicefunktion, z. B. um den Fernseher jederzeit per Fernbedienung einschalten zu können. Für das eigentliche Funktionieren des Gerätes ist der Bereitschaftsmodus nicht erforderlich. Per ein- und ausschaltbarer Steckdosenleiste lassen sich Fernseher, DVD-Player und Stereoanlage per Knopfdruck vom Stromnetz trennen. Bei schwer erreichbaren Stellen sind Zwischenstecker mit Funkempfänger eine Lösung. Sie trennen z. B. den Beamer, der unzugänglich an der Decke befestigt ist.
 
Neueste Bildschirmtechnik ist genügsam
Moderne Fernsehgeräte sind hinsichtlich des Stand-by-Verbrauchs optimiert. Besonders sparsame beispielsweise begnügen sich mit 0,1 Watt, während weniger bescheidene etwa 2,5 Watt und mehr im Stand-by benötigen. Auch Set-Top-Boxen für Satelliten- oder Kabelfernsehempfang liegen bis zu 85 % auseinander, wenn es um den Stand-by-Verbrauch geht. Genauer vergleichen lohnt sich.
Einige Geräte müssen allerdings auch permanent im Stand-by-Modus bleiben. So verlieren z. B. Recorder ihre Programmierung und die Set-Top-Box erhält keine aktuellen Programmdaten, wenn Sie längere Zeit vom Netz getrennt werden. Beim Kauf neuer Geräte, bei denen auf Stand-by nicht verzichtet werden kann, lohnt es sich, auf den entsprechenden Verbrauch zu achten.
Die LED-Hintergrundbeleuchtung von LCD-Bildschirmen setzt sich zunehmend durch. Hierbei lassen sich die einzelnen LED-Lichtzellen entsprechend den Helligkeitsvorgaben des Bildinhalts ansteuern. Der Fernseher kann Bildbereiche, die weniger Licht benötigen, zeitweilig abdunkeln. Das verbessert den Kontrast und spart zugleich Energie.
 
Computer & Co. mit geringem Energiebedarf
Viele junge Menschen geben hunderte Euros für diverse Computerspiele und erweiternde Elemente für den PC aus. Die multimediale Unterhaltungswelt wächst enorm und benötigt somit immer mehr leistungsstarke Prozessoren. Dabei gilt es generell: Je mehr Leistung, desto mehr Energie wird benötigt. Zeitgemäße PCs verfügen über eine nützliche Energiesparfunktion. Ein solches System sorgt dafür, dass nur diejenige Hardware-Komponente des PCs Strom verbraucht, die gerade tatsächlich genutzt oder für den Betrieb benötigt wird. Alle anderen Komponenten schaltet der Rechner automatisch ab, vorausgesetzt, sie unterstützen den Energiesparmodus.
Der Stand-by-Modus versetzt den PC in einen Zustand, bei dem nur wichtige Komponenten wie der Hauptspeicher mit Strom versorgt werden, alle anderen sind abgeschaltet. Wird der Computer reaktiviert, z. B. durch Tastendruck oder Mausbewegung, kann man sofort weiterarbeiten. Der Stand-by-Modus ist bei kurzen Arbeitspausen ganz nützlich. Allerdings wird hierfür Strom benötigt – je nach Gerätemodell und Ausstattung schon mal 20-30 Watt.
Der Ruhezustand wird insbesondere bei Notebooks verwendet, um im Akku-Betrieb Strom bzw. Energie zu sparen. Dabei wird das Gerät entweder direkt vom Benutzer oder automatisch bei längerer Nutzungspause in einen stromlosen Zustand versetzt, um später an gleicher Stelle weiterarbeiten zu können. Nach dem Reaktivieren, z. B. per Mausbewegung, braucht der Computer allerdings mehr Zeit als aus dem Stand-by-Modus, um wieder genau an dem Punkt fortzufahren, an dem zuvor aufgehört wurde. Bei längeren Arbeitspausen empfiehlt sich ein Herunterfahren des Rechners, denn dann ist er auch wirklich aus.
Genügsam im Stromverbrauch sind Notebooks und Netbooks. Um möglichst lange Akkulaufzeiten zu ermöglichen, sind sie auf geringen Stromverbrauch optimiert. Manche Netbooks begnügen sich mit weniger als 10 Watt. Notebooks kommen mit etwa 20-30 Watt aus. Selbst gut ausgestattete Gaming-Notebooks verbrauchen kaum mehr als 50 Watt. Wer sich als Normal-Benutzer einen Rechner kaufen will, ist mit einem neuen Notebook gut beraten.
 
Am besten die Stromzufuhr kappen
Beim heimischen PC, Monitor, Drucker, Scanner oder Multifunktionsgerät lohnt es sich, die Geräte vom Netz zu trennen und nur im Bedarfsfall einzuschalten. Einfachstes Hilfsmittel ist eine Steckdosenleiste mit Ein- und Ausschalter. Doch Achtung: Bevor man den Kippschalter betätigt, sollte der PC komplett heruntergefahren werden, ansonsten kann das Betriebssystem irreparable Schäden erleiden. Etwas mehr Komfort bieten die Steckdosenleisten mit Master- bzw. Slave-Funktion. Bei ihnen übernimmt ein Gerät, idealerweise ist das der PC, die Schaltfunktion für den Rest. Ist der Rechner heruntergefahren, werden alle an der Steckdose angeschlossenen Geräte vom Netz getrennt.